Carne a la mexicana

mit Guacamole

(ca. 2-3 Portionen)
carnealamexicana
Zutaten

Für das Fleisch

  • 250g Rindfleisch (von der Ober- oder Unterschale, sehr dünne Scheiben*)
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 Tomate
  • grüne Chilis**
  • Salz
  • Öl

*) Bspw. Rouladenfleisch

**) Chile Serrano

Für die Guacamole

  • 2 Avocados
  • 1 Zwiebel
  • frischen Koriander (4-5 Pflanzen)
  • 1-2 mexikanische Limetten***
  • Salz

***) Echte Limette (Citrus × aurantiifolia)

Für dazu

  • Maistortillas

Zwiebeln und Tomaten kurz anbraten.

Zubereitung

Fleisch

Gewürfelte Zwiebeln und Tomaten kurz zusammen anbraten, danach wieder aus der Pfanne nehmen. Danach das gut gesalzene und in ca. 10cm große Stücke geschnittene Fleisch in der Pfanne durchbraten. Den Fleischsaft hin und wieder abgießen. In der Zwischenzeit die Kerne der Chilischoten entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden. Wenn das Fleisch durch ist, Zwiebeln, Tomaten und Chili dazugeben und nochmal erhitzen.

Guacamole

Guacamole halbieren und das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale nehmen. Mit den gehackten Korianderblättern und fein gewürfelten Zwiebeln zu einer Masse zerdrücken. Mit Salz und etwas Limettensaft abschmecken.

Mit Maistortillas servieren und nach Möglichkeit mit den Händen essen.

Fleisch

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Die Region La Huasteca

Jetzt hab ich hier schon lang nichts mehr geschrieben. Man soll es nicht glauben, aber hier gibt es auch sowas wie Alltag. Aber nachdem ich letzte Woche die restlichen Fotos von unserem Wochendtrip nach La Huasteca Potosina bekommen habe wird es Zeit, mal wieder was hören zu lassen.

Die Region La Huasteca ist definiert durch das ehemalige Siedlungsgebiet der Huaxteken, die um das Jahr 750 u.Z. den Höhepunkt ihrer Kultur erreichten. Die Region liegt an der Küste zum Golf von Mexiko, die Lage der Region ist in der Karte rechts dargestellt. Bis heute leben noch einige zehntausend Angehörige dieser Kultur in der Region.

Freitagabend – Samstag

Am Freitagabend haben wir uns mit der Organisation Mar-Iguana-Tours (die phonetische Ähnlichkeit zu einer dem BtMG unterliegenden Pflanze ist mit Sicherheit nicht zufällig) von Guadalajara in Richtung La Huasteca aufgemacht und sind nach einer ungefähr zwölfstündigen Fahrt im Morgengrauen an der Sótano de las Golondrinas angekommen. Diese ~330m tiefe Karsthöhle ist benannt nach den dort nistenden Seglervögeln aus der Familie der Apodidae. Morgengrauen deshalb, weil das die beste Zeit ist, ebendiese Vögel zu beobachten, die sich mit hoher Geschwindigkeit in dieses Loch stürzen und dabei ein ziemlich lautes rauschendes Geräusch erzeugen. Fast spannender war, überhaupt an diese Höhle zu kommen. Vom Bus wurden wir, alle noch recht verschlafen, auf halboffene Pickups verladen, die uns dann 20 Minuten durch den Regenwald (Und Ja. Es hat geregnet. Den ganzen Tag) gekarrt haben, um dann weitere 20 Minuten, zuerst über eine Treppe, dann über einen Dschungelpfad, zu der Höhle zu laufen. Selbstverständlich auch wieder rauf, was die Lebensgeister am frühen Morgen gleich richtig geweckt hat.

Nach einem Frühstück im nächsten Dorf ging es dann auch schon weiter mit dem Bus zum Fantasieschloss des Briten Edward James, auch Las Pozas de Xilitla. Die Mutter von Edward James hatte offenbar ein Händchen für reiche Männer, sie war mit einem amerikanischen Eisenbahn und Minenbesitzer verheiratet, Edward entstammt aber wohl einer Liaison mit dem späteren britischen König Edward VII. Nichtsdestotrotz erbte er schon im Alter von 4 Jahren einen beeindruckenden Besitz von seinem „Vater“, den er nach einer kurzen Tätigkeit im Diplomatischen Korps (man hat ihn nach einem Malheur mit einer verschlüsselten Nachricht in unbefristeten Urlaub geschickt) als Kunstsammler, Mäzen, und eben Häuslebauer im mexikanischen Urwald, unter die Leute brachte. Die meistens nicht sehr sinnvollen (keine Dächer, Treppen die nirgends hinführen), dafür aber ziemlich hübschen Gebäude stehen da seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts rum, und haben sich mittlerweile zum Touristenmagnet entwickelt.

Gegen Abend haben wir dann auch unser Basislager auf einem Campingplatz errichtet und den Tag mit Bier beendet, bevor wir in unsere Zelte gekrochen sind.

Sonntag

Cascadas de Tamul
Lizenz: CC-BY-SA
WideAngleWandering on Flickr

Noch einiges vom vorabendlichen Bier im Kopf ging es am nächsten Morgen gegen 5 weiter. In La Huasteca gibt es einiges an Flüssen, Schluchten, Wasserfällen, und alles was dieses Molekül sonst noch so macht, wenn es in größeren Gruppen in bergigem Gelände auftritt. Daher war der Sonntag ganz dem Wasser gewidmet. Vormittags ging es zuerst in langen flachen Booten zu den Cascadas de Tamul. Die 300 Meter hohen und 105 Meter breiten Wasserfälle sind die größten im Bundesstaat San Luis Potosi. Auf dem Rückweg haben wir dann noch in einer mit Wasser gefüllten Felsengrotte gebadet. Da ich in den Booten berechtigte Angst um meine Kamera hatte, muss ich mir hier mit fremdem Bildmaterial aushelfen.

Selbes gilt für die nächste Aktivität an diesem Tag, und während ich am Vormittag meine Kamera noch vermisst habe, war das Wildwasser Rafting auf keinen Fall was für empfindliche Elektronik. Den gleichen Fluss, den wir vorher hinaufgerudert sind um uns die Wasserfälle anzusehen, sind wir nun mit einem kleinen Boot mit 7 Personen wieder hinuntergefahren. Zwischen den Stromschnellen hatten wir auch immer wieder Zeit die wunderschöne Natur um uns herum, und den, durch aus dem Gestein gelösten Kalk, grün gefärbten Fluss zu bewundern. Insgesamt 3 Stunden und 13 Kilometer sind wir den Fluss hinuntergefahren, immer wieder mit einigen Pausen, um die anderen Boote beim Kentern in den Stromschnellen zu beobachten oder von einem Felsen zu springen. Am Zielpunkt angekommen gab es dann noch Abendessen, bevor wir uns mit dem Bus wieder aufgemacht haben zum Campingplatz, wo wir alle, trotz dem ganzen Spaß den die Sache gemacht hat, froh waren aus den nassen Klamotten rauszukommen.


Und noch eine Karte von unserer Tour auf dem Fluss. Die grüne Linie ist die Erste, bis zu den Wasserfällen, und die Rote die Raftingstrecke.

Montag

Am Montag, der glücklicherweise frei war, haben wir dann, bevor wir den langen Heimweg angetreten haben, noch die Puente de Dios besucht. Auf nass werden hatten wir keine Lust mehr, und so haben wir uns mit fotografieren und die Natur bestaunen begnügt. Die Fotos sind, denke ich, eindrucksvoller als alles, was ich erzählen könnte. Lustig waren auch die Toiletten, auf denen man nach verrichtetem Geschäft die Geborgenheit der Kabine verlässt, in einem Becken Wasser schöpft und dann die Spülung damit quasi manuell betätigt.

Danksagung

Zum Schluss sei noch auf den Blog von Isabell verwiesen, auf dem sie das Wochenende auch zusammengefasst hat, und mir als Gedächtnisstütze gedient hat. Wer sich also eine andere Betrachtung wünscht… sie freut sich bestimmt über Besuche.

Auf dem Nachhauseweg im Auto eines meiner lieben Kollegen kam das Gespräch plötzlich auf Verkehrsregeln, die sich hier vom reinen Ansehen eher auf das Recht des Stärkeren beschränken.

Der, sich souverän im abendlichen Berufsverkehr bewegende, Wagenlenker erklärte mir zu meinem Erstaunen, dass die Rechts-vor-Links Regel, die in sämtlichen zivilisierten Regionen der Welt (Gegenden mit Linksverkehr sind dabei explizit ausgenommen) Gültigkeit hat, hier genau umgekehrt zur Anwendung kommt, dass nämlich der von links kommende Fahrzeugführer Vorfahrt hat.

Da ich ja mittlerweile einigen befremdlichen Gewohnheiten relativ vorurteilsfrei gegenüberstehe, habe ich das dann nach mehrfachem, ungläubigem Nachfragen mal so stehen lassen. Ist ja eigentlich auch praktisch, dann muss man sich wenigstens im Kreisverkehr, die ja in Deutschland wie Vorfahrtsstraßen behandelt werden, nicht umstellen. Es stellte sich dann aber heraus, dass Kreisverkehre von der Regelung ausgenommen sind, und der zirkulierende Verkehr, den einfahrenden Fahzeugen die Vorfahrt gewähren muss. Wobei das auch von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich geregelt sei.

Sonderregelungen würden für Straßen mit Gefälle gelten, auf denen der sich von unten (im Sinne geringerer Höhenlage) nach oben (entsprechend) bewegende Verkehr grundsätzlich Vorrang vor allen anderen, die Gefällestraße kreuzenden Straßen hat.

Sicher, aber mit dem Gefühl nie mehr in ein Auto einsteigen zu wollen, zuhause angekommen, habe ich mich dann, doch leicht befremdet, daran gemacht andere einheimische Autofahrer nach den Verkehrsregeln zu fragen, mit dem Ergebnis, dass offenbar keiner so genau weiß, wie denn die Regelung ist, und ob es überhaupt eine gibt, aber dass das schon sein könne mit diesem Links-vor-Rechts… Am Ende war ich also so schlau als wie zuvor. (Ich armer Tor)

Schließlich habe ich aber auf der Seite der Staatsregierung von Jalisco dann doch noch einen Bogen mit Prüfungsfragen zum Lernen für die Führerscheinprüfung¹ gefunden (bezeichnend ist allerdings, dass ich in den drei Monaten hier erst ein einziges Fahrschulauto gesehen habe. Und das bei 4.434.878 Einwohnern².). In diesem Fragebogen, mit Antworten, steht:

26.- EN CRUCES DE ARTERIAS DE IGUAL IMPORTANCIA CARENTES DE SEÑALAMIENTO DE LA PRELACIÓN DE PASO, ¿QUÉ DEBERÁ USTED HACER SEGÚN EL REGLAMENTO?:

A) Hacer alto total y ceder el paso al de la derecha.
B) Seguir avanzando a velocidad constante si la calle es de norte a sur.
C) Disminuir la velocidad al acercarme al, crucero sin hacer alto total, para cruzar más rápido.

Der fettgedruckten, richtigen Antwort nach gilt also auch hier ganz ordinäres Rechts-vor-Links, wie es bei Rechtsverkehr auch am meisten Sinn macht.
Außerdem findet sich auch eine Frage, die sich auf Kreisverkehre bezieht:

43.- DE ACUERDO A LA PRELACIÓN DE PASO QUE SE CONTEMPLA EN EL REGLAMENTO DE TRÁNSITO, ¿CUÁLES SON LAS MEDIDAS DE SEGURIDAD QUE DEBEN OBSERVAR LOS CONDUCTORES QUE ARRIBAN A UNA GLORIETA?

A) Incorporarse a la glorieta a baja velocidad y alerta a los demás conductores.
B) Incorporarse a la glorieta circulando a 40 km/h, tocando previamente el claxon para llamar la atención y evitar un accidente.
C) Hacer alto total antes de mezclarse con la circulación, dando preferencia a los que ya transitan en ella.

Die richtige, wiederum fettgedruckte Antwort sagt eindeutig aus, dass der kreiselnde Verkehr Vorfahrt hat, und der Einfahrende vor dem Einfädeln außerdem sein Fahrzeug vollständig zum Stillstand bringen muss.

Trotzdem weiß ich immer noch nicht, was es mit den ansteigenden Straßen auf sich hat, aber ich glaube die kann man auch getrost in die Kategorie, bei Vollmond muss man nur rechts blinken und an jedem dritten Freitag im Monat das Nummernschild auf den Kopf drehen, einordnen.

Überraschenderweise klappt das hier aber auch bei völliger Abwesenheit von Regeln irgendwie einigermaßen. Klar, ab und zu werden Leute überfahren, oder es gibt den ein oder anderen Unfall. Aber ansonsten fühle ich mich eigentlich ganz sicher auf der Straße.

_______________

Quellen:

¹ Gobierno del Estado de Jalisco; Secretaría de Vialidad y Transporte: Guía de Estudio para el Examen de Licencias, aufgerufen am 31.10.12.

² Gobierno del Estado de Jalisco: Área Metropolitana de Guadalajara, aufgerufen am 31.10.12.

Zur Feier der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, und zum Gründungstag der Universität Guadalajara hatten wir letzten Freitag frei. Grund genug die Zeit zu nutzen und endlich ans circa 200km entfernte Meer zu fahren. Ziel war Sayulita, ein kleiner Ort, ungefähr 30km nördlich von Puerto Vallarta. Auf dem Hinweg sind wir demnach auch über Vallarta gefahren und haben am Busterminal dort spontan einen Bus genommen, der in die Richtung fuhr und uns netterweise am Highway (carretera federal) 200 an der Abzweigung nach Sayulita rausgeworfen hat. Der restliche Kilometer in die Stadt war dann zu laufen, aber auf halber Strecke hat uns netterweise ein lokaler Bus aufgesammelt. Der Fahrer hat uns dann auch den Tipp gegeben, dass es von Sayulita aus auch direkte Busse nach Guadalajara gibt.

Inside palapa

Nach einigem Hin und Her am Strand haben wir dann auch einen Campingplatz gefunden, der auch kleine Hütten, genannt palapas vermietet. In eine solche sind wir dann auch eingezogen, da ich meinen Plan ein Zelt zu kaufen bisher noch nicht in die Tat umgesetzt habe.

Leider war uns Chaac nicht wohlgesonnen und es hat nach dem Abendessen (Es gibt tatsächlich Fischtacos!!), und selbstverständlich nach dem obligatorischen Bad im Pazifik, angefangen zu regnen. Also standen dann nur noch 2 Bier in der Strandbar, bei dem ich wieder einmal überrascht feststellen durfte, dass es mich nur zwei Monate gekostet hat um einigermaßen in der Lage zu sein mich auf Spanisch zu unterhalten, und ein Spaziergang im Regen auf dem Plan. Danach war auch das letzte Stück Kleidung nass und wir haben uns in unsere Hütte verzogen. Schließlich hieß es für mich früh aufstehen, für die Strandfotos, die dann aber eher unspektakulär ausgefallen sind. Leider.

Jeder Tag der mit Tacos beginnt ist ein guter Tag.

Der Nächste war dann aber unglaublich heiß und schwül (was wohl normal ist) wodurch selbst die aufgehängten Klamotten nicht wirklich trocken geworden sind. Nach einem Fotospaziergang auf ein zwei Hügel, nebst mindestens doppelt so vielen steilen Sackgassen, gabs dann noch Mittagessen und dann war’s das auch schon wieder mit Sayulita.

Eine unspektakuläre Busfahrt mit spanischem Mission Impossible später waren wir dann wieder zurück im trauten Heim. Und morgen gehts wieder in die Uni.